Freitag, 17.09.2021

09:45 - 11:15

Raum 7

W17-17

Soziale Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf in Zeiten von Corona

Moderation: S. Kühnert, Bochum; S. Lechtenfeld, Dortmund; M. Lukas, Gelsenkirchen

Fragestellung: Mobilität, definiert als regelmäßiges, selbständiges Aufsuchen außerhäuslicher Lebenswelten wie der Nachbarschaft oder dem Ort, in dem man lebt, ist ein wesentlicher Teil von Autonomie und Lebenszufriedenheit im Alter. Gerade im ländlichen Raum bedarf es hinreichender Mobilität älterer Menschen, da räumliche und strukturelle Bedingungen den Zugang zu sozialen Aktivitäten und gesundheitlicher Versorgung erschweren können.

Eine Identifikation mobilitätsfördernder Ressourcen sowie hinderlicher Barrieren ist entscheidend für die Entwicklung präventiver Maßnahmen.

Welche Ressourcen der Mobilität werden von älteren Menschen im ländlichen Raum genutzt? Welche Barrieren und Hindernisse werden beschrieben?

Methodik: Ende 2019 wurden 14 leitfadengestützte problemzentrierte Interviews zur alltäglichen Mobilität mit Menschen ab 70 in einer geriatrischen Tagesklinik im ländlichen Raum geführt. Transkribierte Interviews wurden inhaltsanalytisch mit MAXQDA ausgewertet, wobei die Kategorienbildung theoriegeleitet in die drei Domänen persönlich, sozial und umweltbezogen erfolgte. Zusätzlich konnte eine explorative telefonische Nachbefragung zum Mobilitätsverhalten und genutzten Ressourcen bei 6 Teilnehmenden während des ersten Lockdowns im April 2020 durchgeführt werden.

Ergebnisse: Die Teilnehmenden benannten in allen drei Domänen mehr Barrieren als Ressourcen. Dabei wurden sowohl bei den Ressourcen als auch bei den Barrieren persönliche Faktoren wie die eigene Mobilität zu Fuß, Einstellungen zur Annahme von Hilfe sowie motivationale Faktoren thematisiert. Nahe Bezugspersonen erscheinen als bedeutender Faktor der sozialen Domäne und können sowohl als Ressource, aber auch als Barriere fungieren. Die genannten Ergebnisse konnten durch die Nachbefragung bestätigt werden.

Zusammenfassung: Es erscheinen persönlichen Faktoren und Einstellungen als wichtige Kernkomponente, welche sowohl bei der Entwicklung präventiver Angebote zur Mobilitätsförderung als auch bei der Bewältigung vonakuten Ereignissen berücksichtigt werden sollten. Dies jedoch unbedingt in der Wechselwirkung mit anderen Ressourcen.

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